Dienstag, 16. Februar 2016

Anti-Kapitalismus

Ich mag unsere Konsumgesellschaft nicht. (Mein Relilehrer wäre jetzt stolz auf mich... xD )
Klar, immer alles haben zu wollen und zu können ist toll. Aber je länger ich darüber nachdenke, desto weniger gefällt mir diese Art zu leben.
Warum fällt es den Menschen so schwer, sich mit dem zufrieden zu geben, was sie haben? Warum wollen sie immer mehr?
Ich denke, dass die Werbung ihren Teil dazu beiträgt. Die neuesten Produkte werden als die Innovation angepriesen, die man unbedingt haben muss und ohne die man nicht leben kann.
Und der Einfluss, den man durch einen solchen Kauf ausübt, ist enorm. Es ist nicht nur der eigene Geldbeutel, der darunter leidet, sondern vor allem das eigene Gewissen: oft wird in Entwicklungsländern hergestellt, wo die Menschen unter menschenunwürdigen Bedingungen für einen Hungerlohn arbeiten. Auch die Umwelt leidet, weil auf Richtlinien keinen Wert gelegt wird, damit die Produktion billiger und der Gewinn höher werden.
Ich möchte das nicht mehr länger mitmachen. Ab jetzt möchte ich nur noch bewusst konsumieren, in der Hoffnung, etwas verändern zu können. Darum und um ähnliche Dinge soll es auf diesem Blog gehen.

Kommentare:

  1. Deine Idee finde ich gut...nur ist sie nicht neu. Und ich bin da ein knallharter Realist. Die Welt ändert sich nicht, bevor nicht alles den Bach runtergeht. Trotzdem finde ich es schön, wenn es Menschen wie dich gibt, die trotzdem versuchen, die Welt zu verbessern. Oder eher zu bessern xD
    Ich werde auf jeden Fall öfters vorbeischauen und gucken was du so alles postest. Toll wären Tipps wie man bewusster konsumiert, am besten aus deiner Erfahrung :) Oder Infos über solche Sachen, gut verpackt, verständlich erklärt. Ich denke das würde vielen helfen, vielleicht auch auf den Zug aufzusteigen :)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Klar ist diese Idee nicht neu, aber ich habe einmal von dem Thema erfahren und da es mich interessiert, kann ich nicht einfach die Augen davor verschließen und nichts machen.
      Aber es freut mich, dass es dir gefällt, obwohl du kritisch bist. Infos und Tipps über solche Sachen habe ich sowieso geplant, aber für Vorschläge bin ich immer offen. :)

      Löschen
  2. Mein Post ist ziemlich lang geworden, deshalb muss ich ihn aufteilen. Hier Teil 1...

    Hi Vivi!

    Du dürftet mir etwa zwei Jahrzehnte voraus sein mit deiner Einstellung und deinen Einsichten - zumindest mit dem ernsthaften Vorhaben, dein Leben zu ändern (regelrecht umzukrempeln). Erst mal Glückwunsch dazu! :)

    Für mich sind zwei zentrale Stichworte Genügsamkeit und Verzicht (ein Fachwort wäre Suffizienz). Das ist nach meinem Verständnis im Großen und Ganzen so ziemlich dasselbe wie der Minimalismus, den du beschreibst.
    Du beziehst das hier - vielleicht nur als Vereinfachung - auf Dinge, Gegenstände. Ich denke, das sollte sehr allgemein gelten, in Bezug auf den eigenen Lebensstil, also auch das eigene alltägliche Verhalten.

    Zwei Beispiele:

    1. Wenn man 100 Dinge besitzt, macht es immer noch einen Unterschied, wie diese Dinge hergestellt und wie bzw. wie weit transportiert worden sind. Das Thema Herstellung in Entwicklungsländern hast du ja selbst genannt, hier sind gleichzeitig große Transportdistanzen (schlecht für die Umwelt) und schlechte Arbeitsbedingungen im Spiel. Alternativen sind die Unterstützung von regionalen Stoffkreisläufen und die Unterstützung von Herstellern, die ihren Arbeitern gute Arbeitsbedingungen und gerechte Entlohnung bieten.

    2. Fortbewegung ist kein Ding, das man besitzt, sie hat aber auch sehr viel mit einem "guten" (z.B. umweltbewussten) Leben zu tun. Wenn man ans andere Ende der Welt fliegt, um sich an der Schönheit der dortigen Natur zu erfreuen, hat man gleichzeitig dazu beigetragen, dass diese Natur zerstört wird - um nur einen der vielen negativen Effekten des Fliegens (mit handelsüblichen Flugzeugen) zu nennen.

    Zum Thema Realismus - "Die Welt ändert sich nicht, bevor nicht alles den Bach runtergeht."
    Diese Aussage teile ich als Befürchtung, aber ich widerpreche ihr als eine Art Weltanschauung oder Rahmen für das eigene Denken und Handeln. Eine solche Ansicht lähmt, blockiert, kann von manchen Menschen sogar als (bewusste oder unbewusste) Rechtfertigung eines Nach-mir-die-Sintflut-Lebensstils missbraucht werden, und ihre Aussage, ihr Inhalt ist alles andere als Gewissheit, sondern nur eine bloße Vermutung, reine Spekulation - natürlich genau wie auch alternative, hoffnungsvollere (idealistischere) Weltanschauungen. Aber letztere können einen selbst und andere motivieren, auf eine bessere Welt hinzuarbeiten, und wenn das genügend Menschen tun, schaffen wir den Umbruch vielleicht, ohne dass die Menschheit gegen die Wand fährt. Möglich ist das allemal, da kannst du jeden Physiker fragen: Es widerspricht nicht den Naturgesetzen. ;)
    Ach ja, und man muss sich darüber im Klaren sein, dass man längst nicht alleine ist. Wir, die wir uns eine bessere, friedlichere Welt wünschen, sind nicht wenige. Nicht einmal diejenigen von uns, die tatsächlich etwas dafür tun, sind wenige. Wir nehmen uns nur gegenseitig nicht ständig wahr. Wer sich traut, mit seinen Arbeitskollegen, Mitschülern oder Kommilitonen mal über solche Themen zu sprechen, wird nicht selten erstaunt sein, wie viele im Grunde ihres Herzens "linke Socken" sind. ;)
    Für mich ist eines unumstößliche Tatsache: Menschen verändern sich, Gesellschaften verändern sich, sowohl in Form von drastischen Umbrüchen als auch recht langsam und graduell (und trotzdem ebenfalls in sehr großem Umfang bei genügend Zeit). Das ist eine Chance. Wer argumentiert, eine bessere Zukunft ohne drastischen Umbruch sei nicht realistisch (im Sinne von unwahrscheinlich), hat diese Zukunft mit einer solchen Argumentation ganz wie bei einer selbsterfüllenden Prophezeiung schon ein Stückchen unwahrscheinlicher gemacht. Sehr schade.

    - Fortsetzung folgt... -

    AntwortenLöschen
  3. Teil 2...

    Was Tipps betrifft, was man tun kann (z.B. ganz praktische Alltagsratschläge) - dazu gibt es schon Informationsmaterial in Hülle und Fülle, vor allem im Internet. Wer ernsthaft bereit ist, etwas zu verbessern, müsste eigentlich auch bereit sein, ein wenig Zeit zu investieren. Man kann mit ein bisschen Recherche anfangen - das kann seeeehr interessant werden. ;)
    Hier mal ein paar wenige erste Stichworte, die mir spontan einfallen: Utopia (Link siehe unten), Tauschringe, SoLaWi (Soziale Landwirtschaft). Das ist nur ein Tropfen aus dem Meer der Möglichkeiten.

    Aber da ich genau weiß (aus Erfahrung am eigenen Leib :D), wie groß der Widerstand durch Bequemlichkeit (den inneren Schweinehund) sein kann, habe ich vor einiger Zeit angefangen, einen "Ratgeber für Möchtegernweltverbesserer" zu schreiben. Das wächst sich gerade zu einer Art Lehr- oder Handbuch aus mit einem größeren "theoretischen" Teil, aber das Praktische soll den größten Anteil haben. Den Ratgeber möchte ich irgendwann als Experiment in Form einer E-Mail-Lawine rumschicken - völlig offen, was daraus wird. Wenn das Experiment nicht gerade gleich zu Beginn scheitert, kann es sein, dass der Ratgeber auch euch erreicht. Vielleicht hilft er ja tatsächlich.

    Eine Konsequenz meiner eigenen Recherchen ist: Man kann so viel tun - man muss sich eben ein wenig Zeit dafür nehmen, beispielsweise um sich zu informieren und an manchen Stellen seines Lebens umzugewöhnen. Aber wenn man erst mal damit angefangen hat, ist es wie mit allen anderen Umgewöhnungen auch - alte Gewohnheit wird ersetzt durch neue Gewohnheit, und das Leben geht ziemlich unbeschwert weiter. :)

    Eine recht simple Sache ist z.B. die Wahl des E-Mail-Providers. Ein bisschen Zeit zum Umsteigen und eventuell ein bisschen Geld sind nötig, aber ich halte es trotzdem für eine recht einfache Angelegenheit - wenn man sich erst einmal dazu entschlossen hat. Ich steige gerade zu Posteo um, das kostet einen Euro pro Monat, und ich denke, sehr viele Leute können sich das problemlos leisten, vor allem wenn sie an anderen Stellen ihres Lebens minimalistischer werden.

    - Fortsetzung folgt... -

    AntwortenLöschen
  4. Teil 3...

    Auch sehr einfach ist es, eine E-Mail-Signa anzulegen, in der man andere Leute - so offensiv oder subtil, wie man möchte - auf Möglichkeiten zur Weltverbesserung hinweisen kann. (Gleiches gilt für andere Arten von Signas, etwa in Internetforen wie z.B. ... HSW. ;D)

    Hier als Beispiel ein Teil meiner derzeitigen E-Mail-Signa:

    ----------------

    Wir in den Industrienationen leben auf Kosten anderer, als ob wir noch ein paar weitere Planeten in Reserve hätten (siehe z.B. http://www.footprint-deutschland.de/). Es ist deshalb unsere Pflicht, etwas an unserem Lebensstil zu ändern und dafür zu sorgen, dass die Ausgebeuteten ihren gerechten Anteil an dieser Welt bekommen und diese gleichzeitig nachhaltig für kommende Generationen bewahrt wird. Ich weiß, dass die meisten von euch ebenfalls dieser Meinung sind. Aber wir tun zu wenig. Dabei ist es ist so leicht. Sucht euch was aus!
    https://www.change.org/
    https://www.campact.de/
    http://www.avaaz.org/de/
    https://www.openpetition.de/
    http://wemove.eu/de
    http://www.bessereweltlinks.de/
    http://ichwillfrieden.net/
    http://www.ramstein-kampagne.eu/
    http://www.friedenskooperative.de/
    https://www.dfg-vk.de/
    http://www.ag-friedensforschung.de/
    https://drohnen-kampagne.de/
    http://friedensdienst.de/
    http://atombombengeschaeft.de/die-kampagne/
    http://berlin-gegen-krieg.de/
    http://www.soziale-verteidigung.de/startseite
    http://www.friedensratschlag.de/
    http://www.ialana.de/
    http://www.koop-frieden.de/
    http://lokale-friedensarbeit.de/
    http://www.ostermarsch-info.de/
    http://ramsteiner-appell.de/
    http://www.wfd.de/
    https://www.regenwald.org/
    http://www.bund.net/
    http://www.greenpeace.de/
    https://www.nabu.de/
    http://www.robinwood.de/
    http://www.utopia.de/
    http://www.wwf.de/
    http://www.attac.de/
    https://www.lobbycontrol.de/
    http://www.mehr-demokratie.de/
    http://beanangel.direct/
    https://www.uno-fluechtlingshilfe.de/
    https://www.aktiongegendenhunger.de/
    http://www.brot-fuer-die-welt.de/
    http://www.nonoma.org/
    http://www.welthungerhilfe.de/home.html
    https://www.plan.de/
    http://www.tdh.de/
    https://netzwerksteuergerechtigkeit.wordpress.com/
    http://aktion-fsa.de/
    http://albert-schweitzer-stiftung.de/
    http://www.amnesty.de/
    http://www.aerzte-ohne-grenzen.de/
    http://www.verfassung-schuetzen.de/
    https://www.ausgestrahlt.de/
    https://blockupy.org/
    http://www.ci-romero.de/de/startseite/
    https://www.die-anstifter.de/
    https://digitalcourage.de/
    https://www.foeeurope.org/
    http://plattform.gegen-ueberwachung.de/
    http://www.grundrechtekomitee.de/
    https://www.hrw.org/
    http://ilmr.de/
    http://www.ich-bin-ein-handelshemmnis.de/
    http://www.lebenslaute.net/
    https://www.medico.de/
    https://www.misereor.de/
    https://www.one.org/de/
    http://www.sentinelles.org/
    http://www.slowfood.de/
    http://www.tauschring.de/hauptseite.php
    http://www.clubofrome.org/
    http://wasser-wirkt.de/
    http://weltsozialforum.org/
    http://www.abgeordnetenwatch.de/

    ----------------

    So, genug geschrieben.

    Viele Grüße,

    Vovo

    AntwortenLöschen